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FONTANE
 

Heinrich Theodor Fontane


 



 

Theodor Fontane besuchte 1883 Norderney. Hier ein Auszug aus seinem Briefwechsel mit seiner Frau:

"Erst in die Apotheke. Hier traf ich Herrn Apotheker Onnen in Person, einen stattlichen Friesen von Bildung, Manieren und Distinktion. Eine Inselgröße. Ich bat um ein Fläschchen Esprit de Menthe und bestellte mir für heut ein großes Oxycroceum-Pflaster. Bei der Gelegenheit nannte ich ihm meinen Namen und begann diesen wie gewöhnlich zu buchstabieren. Er lehnte dies aber mit einer verbindlichen Handbewegung ab und sagte nur, halb fragend halb sich verneigend 'Theodor Fontane' mit Betonung des Vornamens. Als ich nun meinerseits nickte und so zu sagen meinen Prinzen-Stern zeigte, murmelte er allerlei dunkle Huldigungsworte, so daß ich die Apotheke mit dem Gefühl verließ, den größten Triumph meines Lebens erlebt zu haben. Und dies ist nicht etwa scherzhaft, sondern ganz ernsthaft gemeint.


 



 

Du weißt, wie mißtrauisch und ablehnend ich in diesem Punkte bin. Dies war aber wirklich 'was und wiegt mir drei Orden auf, denn Anerkennung, Freude, ja selbst Respekt (der Artikel also in dem man ganz besonders und bis zur Ungebühr zu kurz kommt) sprachen sich in dem Benehmen des Mannes aus. Dies lange Schreiben darüber mag etwas Komisches haben, ich befinde mich aber in der Lage eines jungen Mädchens, die sich gestern Abend verlobt hat und ihrer Freundin über diesen Lebensakt berichtet."